Mehr Energie durch AKWs
Zwei brasilianische Atomkraftwerke (Angra I und II, südlich von Rio de Janeiro) erzeugen bislang 2000 Megawatt, d.h. vier Prozent des Energieverbrauchs. Da die Regierung jedoch einen Energieengpass fürchtet (teures Erdöl, nicht häufig genug auftretendes Erdgas …), kurbelte Präsident Luiz Inacio Lula da Silva die Atomindustrie wieder an. 540 Millionen Dollar werden in den Bau eines neuen AKWs und eines nuklearbetriebenen U-Boots investiert.
Angra III wird vermutlich ab 2013 Strom liefern, so dass Atomkraft mindestens fünf Prozent des brasilianischen Energiebedarfs deckt. Das Übrige stammt aus Wasserkraft und Erdgas.
Nicht jeder ist mit der Entscheidung des Präsidenten einverstanden. Umweltschützer wettern ohnehin gegen Sicherheitsmängel der beiden bestehenden Kernkraftwerke, und auch Menschenrechtsaktivisten sträuben sich gegen das neue KKW. Angesichts der Tatsache, dass ein Viertel der Brasilianer in Armut haust, scheint das Vorhaben wie eine Riesenverschwendung.

