Solarenergie aus der Sahara

Projekt der Mittelmeerunion

Die Idee klingt so einleuchtend, dass man sich fragt, warum sie bislang noch niemand in die Tat umsetzte: Solaranlagen auf einem Prozent der weltweiten Wüstenfläche versorgten die gesamte Menschheit ausreichend mit Strom. Doch die Mühlen der Verwaltung mahlen langsam, und so schien sich bislang noch niemand um diesen Plan zu kümmern. Nun jedoch scheint Bewegung in die Sache zu kommen, denn die Mittelmeerunion möchte sich des Problems annehmen. Am 13. Juli 2008 gegründet, besteht sie aus der Europäischen Union und siebzehn Staaten des Nahen Ostens bzw. Nordafrikas.

Da Deutschland im Bereich der Sonnenenergie Spitzenreiter ist, hofft die deutsche Wirkung auf einen tüchtigen Aufschwung. Den hätte sie z.B. Algerien zu verdanken, denn das Land hat schließlich Geld genug zur Verwirklichung der Pläne.

Vier Fünftel Algeriens bestehen aus Wüste, doch hinsichtlich Sonnenenergie hat es sich noch nicht stark gemacht. Stattdessen hängt die Wirtschaft noch immer am Tropf von Öl und Gas, denn diesen verdankt der Staat fast alle Deviseneinnahmen, drei Viertel der seiner Einkünfte und etwa ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts.
Leider spürt die Bevölkerung nicht viel von diesem Geldbrunnen. Zwar beträgt das Wirtschaftswachstum fast fünf Prozent, die Arbeitslosigkeit keine zwölf. Dennoch steht der größte Staat des Maghrebs nicht einmal auf Platz hundert des Indexes für menschliche Entwicklung.

So hoffen die Algerier nun durch die Förderung der Solarenergie auf mehr Wohlstand. Die Deutschen ersehnen sich von ihnen dasselbe. Man darf gespannt sein, ob die Ziele erreicht werden, oder ob das Projekt wie üblich die Reichen noch reicher macht, die Armen hingegen außen vor lässt.

 

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