Griechische Bären

Unfallgefahr für und durch griechische Braunbären

Meister Petz in Not

Geliebt wird er nicht von allen, der griechische Bär, der sich besonders in der gebirgigen Landschaft von Pindos vermehrt und Schäfern und Landwirten ein Dorn im Auge ist, bedient er sich doch bisweilen an Herdentieren oder Ernte.

Trotzdem oder gerade deswegen wirbt die Schutzorganisation Arcturos, die sich nach dem hellsten Stern im Großen Bär nannte, jetzt bei der Landbevölkerung für Meister Petz, dem von der neu gebauten Egnatia-Autobahn Gefahr droht. In wenigen Monaten wurden fünf Bären bei Unfällen getötet, darunter ein Bärenjunges von 15 Monaten. Die mittlerweile 250 in dem Biotop lebenden Braunbären haben sich bisher noch nicht an die Schnellstraße gewöhnt, die ihr Gebiet durchkreuzt.

Da helfen auch die Tunnel, Brücken und Schutzzäune nicht, die von den Planern gebaut wurden – allerdings erst, nachdem sich Arcturos an das oberste griechische Verwaltungsgericht und die EU-Kommission wandte, weil das Athener Bau- und Umweltministerium die Proteste der Schutzorganisation geflissentlich ignoriert hatte.

Leider nutzen längst nicht alle Bären die Tunnel und Brücken – sie müssen sich erst an sie gewöhnen und ihre Nutzung lernen, wie Biologe Alexandros Karamanlidis verrät. Auch die Zäune erweisen sich mit ihren zwei Metern Höhe als unzureichend und häufig auch als instabil, so dass sich viele der Bären von ihnen nicht aufhalten lassen.

Immerhin, es tut sich was: angesichts der Häufung der Unfälle hat Bauminister Giorgos Souflias die Verstärkung der Schutzzäune in besonders problematischen Bereichen der Schnellstraße angeordnet. Als zusätzliche Abschreckung sollen die Zäune mit niedriger elektrischer Spannung versehen werden. Autofahrer sollen zudem künftig durch Warnschilder und Geschwindigkeitsbeschränkungen auf die erhöhte Gefahr durch passierende Bären hingewiesen werden.

HM